§ 2 Abs. 3–4 BauO NRW: Gebäudehöhe, BGF und Geländeoberfläche

Gebäudehöhe, Brutto-Grundfläche und Geländeoberfläche nach § 2 BauO NRW: Messung, Mantelflächenverfahren, kleine Abgrabungen – für Gebäudeklassen in NRW.

Gebäudehöhe für die Gebäudeklasse

Für die Einstufung in Gebäudeklassen ist die Höhe das Maß von der Geländeoberfläche im Mittel bis zur Fußbodenoberkante des höchsten Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist. Das ist nicht automatisch identisch mit der Höhe für Feuerwehrzufahrten oder andere Paragraphen – im Projekt getrennt dokumentieren.

Bei geneigtem Gelände ist die im Mittel gemessene Wandhöhe maßgeblich; bei unterschiedlichen Wandteilhöhen ist je Wandteil zu messen. Das Mantelflächenverfahren mittelt über Wandlängen: H_im_Mittel = Σ((H_i+H_{i+1})/2 × l_i) / Σ l_i – in Genehmigungsunterlagen nachvollziehbar darstellen.

Rechenbeispiel: Höhe H und BGF

H wird bis Fußbodenoberkante Fertigboden im obersten Aufenthaltsgeschoss gemessen – Dachboden ohne Aufenthaltsnutzung zählt oft nicht. BGF je NE: Wohnflächen + zugehörige Nebenflächen nach DIN 277-1, nicht nur Wohnfläche nach WoFlV.

Tabelle im Antrag: Geschoss | Nutzung | BGF | Summe je NE | H-Skizze. Die Untere Bauaufsicht prüft GK und Sonderbau daraus.

In Paderborn und im übrigen Land gelten dieselben Landesnormen – § 2 Abs. 3–4 BauO NRW wird vor Ort durch die zuständige Behörde bewertet.

BGF und Nutzungseinheiten

Brutto-Grundfläche (BGF) ist die Summe der Bruttogrundflächen aller Geschosse einer Nutzungseinheit. Für GK 1 und 2 gilt: höchstens zwei NE mit insgesamt ≤ 400 m² BGF. Für GK 4: jede NE je Geschoss ≤ 400 m²; bei mehrgeschossigen NE ist die Grundfläche je Ebene zu prüfen.

Technische Grundlage ist DIN 277-1 (2016). Keller werden bei der Gebäudeklassen-Zuordnung nicht mitgerechnet – dennoch können dort Aufenthaltsräume und brandschutzrechtliche Folgen entstehen.

§ 2 Abs. 4 Geländeoberfläche

Geländeoberfläche ist die Fläche aus Baugenehmigung oder Bebauungsplan; fehlt beides, die natürliche Geländeoberfläche. Kleine Abgrabungen für Belichtung oder Zugang und kleine Aufschüttungen für Terrassen ändern die Bezugsfläche regelmäßig nicht. Sie den Feuerwehrzugang nach § 33 nicht beeinträchtigen.

Praxis-Checkliste

  • Höchstes Geschoss mit Aufenthaltsraum identifizieren
  • Gelände im Mittel festlegen
  • Mantelfläche bei Bedarf berechnen
  • BGF je NE nach DIN 277
  • Keller von GK-Summe ausnehmen
  • Lichtschacht/Terrasse dokumentieren
  • Feuerwehrzugang prüfen
  • Skizzen im Bauantrag
  • Plausibilität mit GK-Artikeln
  • Nach Geländeänderung neu rechnen
  • Behörde bei Grenzfällen vorab

Häufige Fragen

Welche NRW-Vorschriften hängen mit § 2 Abs. 3–4 BauO NRW zusammen?
Im NRW-Rechtsindex relevant: BauO NRW 2018. Für Baustellen ergänzend BaustellV/RAB 30, im Betrieb ggf. PrüfVO NRW – maßgeblich sind die Fassungen auf recht.nrw.de.

Fachliche Orientierung für NRW – keine Rechtsberatung und keine behördliche Entscheidung. Maßgeblich sind die jeweils geltenden amtlichen Fassungen.